Diamantamadine

Stagonopleura guttata

Foto: M. Ullrich Foto: M. Ullrich

Beschreibung:

Männchen: Der Kopf ist von der Stirn bis in den Nacken grau und hat einen schwarzen Zügel. Der gesamte Rücken und die Flügel sind braun gefärbt. Ein kräftiges Rot haben der Bürzel und die Oberschwanzdecken, der Schwanz ist schwarz. Die Unterseite ist vom Kinn bis zu den Unterschwanzdecken weiß und wird von einem schwarzen Brustband unterbrochen. Die ebenfalls schwarzen Flanken sind mit großen weißen Punkten gezeichnet. Der Schnabel der Diamantamadine ist ebenso wie die Lidringe dunkel karminrot und die Augen sind braun, die Füße grau.

Weibchen: Der Geschlechtsunterschied ist nicht immer sicher zu erkennen. Das Weibchen soll etwas kleiner, das Brustband soll etwas schmaler sein, der Zügel nicht so intensiv schwarz und der Lidring blasser als beim Männchen.

Jungvögel sind am Kopf bräunlich grau und am Rücken graubraun. Das Rot von Bürzel und Oberschwanzdecken ist nicht so kräftig. Brust und Flanken sind bräunlich grau und zeigen an den Flanken eine weißliche Querbänderung. Der Schnabel ist schwarz und die Lidringe sind noch blass.

 

Verbreitung:

Die Diamantamadine kommt im Südosten Australiens vor. Das Verbreitungsgebiet erstreckt sich vom südöstlichen Queensland über das östliche Neusüdwales und das südliche Victoria bis ins südöstliche Süd-Australien.

 

Lebensraum:

Sie bewohnt die trockenen und lichten Waldgebiete mit dichtem Unterwuchs im südöstlichen Australien und sucht gerne die Nähe von Wasser. An letzteres scheint sie aber nicht so gebunden zu sein, denn sie entfernt sich zeitweise recht weit davon. Auch die Vorzüge die die Kultivierung des Landes durch den Menschen gebracht haben, nutzt sie für sich aus. So ist sie auch in Gärten und Parks anzutreffen und baut auch an berankten Hauswänden ihre Nester.

 

Lebensweise:

Sie ist ein geselliger Vogel und fast immer in kleinen Schwärmen auf Nahrungssuche. Diese besteht überwiegend aus verschiedenen Grassamen die zumeist vom Boden aufgelesen werden. Weiterhin nehmen sie auch Krautsamen und kleine Insekten auf.

 

Fortpflanzung:

Das Brutgeschäft führen die Vögel oftmals in lockeren Kolonien durch wobei nicht selten mehrere Nester nebeneinander im Geäst gebaut werden. Sie bauen das Nest niemals direkt auf den Boden sondern bevorzugen Höhen zwischen 1,5 und 30m. Gerne wird das Nest in den Unterbau von Greifvogelhorsten gebaut. Als Nistmaterial verwenden sie überwiegend lange frische Gräser, aber auch vertrocknete Halme, Ähren und kleine Wurzeln werden verbaut. Sie polstern es mit Federn und Pflanzenwolle aus und bauen in der Regel eine Einschlupfröhre vor den Nesteingang. Die Gelegegröße schwankt zwischen 4 und 9 Eiern wobei in der Regel 5-6 Eier ein Gelege bilden. Nach einer Brutzeit von 13-14 Tagen schlüpfen die Nestlinge die nach weiteren 21 bis 25 Tagen das Nest verlassen. Selbstständig sind die Jungvögel ca. 14 Tage nach dem Ausfliegen. Die Brutzeit der Diamantamadine erstreckt sich in der Regel über die Monate von August bis Januar. Wenn aber die Bedingungen günstig sind brüten sie, mit Ausnahme der kältesten Monate (Juni und Juli), das ganze Jahr über.

 

Entdeckung und Einfuhr:

Entdeckt wurde die Diamantamadine von Shaw im Jahre 1796 und auch erstmals beschrieben. Die Diamantamadine kam schon frühzeitig nach Europa, war aber anfangs nie sehr häufig. Der erste Import nach Deutschland erfolgte durch Christiane Hagenbeck im Jahr 1870. In den Jahren zwischen dem 1. und 2. Weltkrieg wie auch nach dem 2. Weltkrieg wurde sie sehr häufig gehalten und gezüchtet, und hat die Zeit nach der australischen Ausfuhrsperre sehr gut überstanden.