Dornamadine
Aegintha temporalis
1,0; Foto: N. Fifer
Beschreibung:
Männchen: Beide Geschlechter haben einen scharlachroten Zügel und Augenbrauenstreif. der Bürzel und die Oberschwanzdecken sind ebenfalls scharlachrot gefärbt. Der Oberkopf ist grau und die restliche Oberseite olivgrün.
Die Unterseite ist blassgrau, die Kehle weißlich. Blass gelblichgrau ist die Bauchmitte. Die Augen sind rot. Der Schnabel ist rot mit schwarzem First. Der Schwanz ist schwarzbraun. Die Schwingen sind braun mit grünlichen Außensäumen. Die Füße sind gelblich hornfarben.
Weibchen: Die Weibchen sind insgesamt matter gefärbt. Die grauen Federpartien sind bräunlich grau.
Verbreitung:
Die Dornamadine ist über das östliche Australien von Kap York, Neu-Süd-Wales, bis Victoria und Südaustralien beheimatet. Sie ist hauptsächlich in feuchteren Gebieten entlang der Küste und im Bereich der Gebirgsketten, ebenso auf der Känguruh Insel (Südaustralien) zu finden. In Westaustralien, in der Nähe von Perth, ist sie seit mindestens 1960/61 eingebürgert.
Unterarten:
In ihrer australischen Heimat kommt die Dornamadine in 3 Rassen vor.
Nominatform: Aegintha temporalis temporalis: Sie ist beheimatet vom mittleren Ost-Queensland südwärts bis Victoria.
Aegintha temporalis minor: Gegenüber der Nominatform unterscheidet sie sich durch ein ausgedehnteres Grau, das vom Oberkopf bis zur Schulter reicht. Der Rücken und Flügel sind lebhafter und gelblicher olivgrün. Die Unterschwanzdecken sind dunkler als bei der Nominatform, schwärzlich grau.
Das Verbreitungsgebiet erstreckt sich von der Kap York Halbinsel, Nord-Queensland bis etwa Cairns.
Aegintha temporalis loftyi: Sie ist der Nominatform sehr ähnlich, aber Oberkopf und Kopfseiten nicht so rein grau mehr bräunlicher getönt. Sie hat das kleinste Verbreitungsgebiet. Sie ist in der Mount-Lofty-Kette im östlichen Südaustralien und auf der Känguruh-Insel anzutreffen.
Lebensraum:
Die Dornamadine stellt an ihren Lebensraum die geringsten Ansprüche. Sie bewohnt eine Vielfalt von Biotopen: Lichtungen im Regenwald, Waldränder , lichten Wald, Kiefernplantagen, Parklandschaften, ebenso die Baum- und Buschstreifen an Flüssen und Seen. Sie ist in Tropengebieten ebenso häufig wie im gemäßigtem Klima Südaustraliens mit relativ strengen Wintern anzutreffen. Die Dornamadine ist auch ein Kulturfolger. Sie brütet in unmittelbarer Nähe von Menschen.
Lebensweise:
Die Dornamadine ist während der Brutzeit einzeln oder in kleinen Truppen anzutreffen. Außerhalb der Brutzeit ist sie in größeren Schwärmen, bis zu 300 Tieren, oft auch mit anderen Prachtfinkenarten vergesellschaftet, unterwegs. Sie fressen reife und halbreife Sämerein. Das Spektrum umfasst eine große Anzahl von Gräsern und Kräutern, auch solche die eingeführt wurden (z.B. Einjähriges Rispengras). Man hat festgestellt, dass 38 Pflanzenarten auf der Nahrungsliste zu finden sind (Read 1994). Hauptsächlich während der Brutzeit werden Insekten als ergänzende Nahrung aufgenommen. Insekten nehmen nur einen geringen Teil der Nahrung ein.
Fortpflanzung:
Die Balz findet meistens auf einem exponierten Ast statt, dabei hält das Männchen immer einen langen Halm (bis zu 40cm) im Schnabel, der meistens kurz vor der Kopulation abgeworfen wird. Entsprechend der Lebensräume der Dornamadine steht das Nest an sehr unterschiedlichen Stellen, jedoch nach Möglichkeit im Inneren dichter und dorniger Büsche oder Bäume. In der Regel zwischen 1,5m und 2m Höhe. Das Nest wird sehr sorgfältig gebaut und ist mit einer Eingangsröhre versehen. Das Innere ist mit einer dichten Schicht aus Federn und Kaninchenhaaren ausgestattet. Weiße Federn werden bevorzugt. Das Gelege besteht aus 4-6 Eiern. Die Jungen fliegen mitunter schon vor der üblichen Nestlingszeit von 21 Tagen aus.
Entdeckung und Einfuhr:
Diese Art wurde bereits um 1801 beschrieben (Latham). Erstmals gelangte die Dornamadine 1870 nach Deutschland, war aber zuvor schon mehrfach in England eingeführt. Zeitweise fehlte sie im Handel. Nach dem 2. Weltkrieg tauchte sie 1953 wieder bei uns auf. Heute ist der Bestand der Dornamadine in Züchterhand als gesichert anzusehen.
AZ-AEZ IG Papageiamadinen
und australische
Prachtfinken
