Spitzschwanzamadine

Poephila acuticauda (Gould 1840)

Timber Creek/Australien Foto: Walther Timber Creek/Australien Foto: Walther

Beschreibung:

Männchen: Der Oberkopf, die Kopfseiten und Hinterhals sind blaugrau. Der Zügel ist schwarz. Über den vorderen Bürzel zieht sich ein breites schwarzes Band seitwärts bis zu den Körperpartien herunter. Der Bürzel und die Oberschwanzdecken sind weiß. Der schwarz gestufte Schwanz hat zwei mittlere Federn, die zu haarfeinen Spitzen verlängert sind. Die übrige Oberseite ist  braun. Die äußeren Handschwingen haben schmale weißliche Säume. Scharf abgegrenzt vom übrigen Gefieder ist die schwarze  Kehle und Kropfgegend. Die Unterseite ist bis auf das schwarze Band und die weißlichen Unterschwanzdecken je nach Unterart weinrötlich hellbraun bis hellbraun. Das Auge ist rotbraun. Die Schnabelfarbe variiert je nach Unterart von ockergelb bis rot. Die Füße sind je nach Unterart rötlich bis hell fleischfarben.

Weibchen: Die Weibchen sind in der Regel kleiner. Der schwarze Kehlfleck ist geringer ausgedehnt. Die mittleren haarfeinen Schwanzspitzen sind kürzer.  

Jungvögel matter gefärbt als Altvögel, Gefieder weniger weinrötlich getönt, Auge grau, Schnabel schwarz. In der Rachenzeichnung der Jungvögel sind die oberen drei Punkte zu einer gebogenen Linie zusammengeflossen; unter dieser Linie kleine schwarze Punkte, die durch eine dünne Linie verbunden sind; Unterschnabelgrund mit der üblichen dunklen Halbmondzeichnung, innerhalb der vorn zwei dunkle Punkte stehen; Zunge mit zwei dunklen Flecken; bläulichweiße Schnabelwülste nach innen mit einem länglichen schwarzen Fleck an Ober- und Unterschnabelseite. 

 

Unterarten und Verbreitung

Poephila acuticauda acuticauda;

Gelbschnäblige Spitzschwanzamadine; nördliches Westaustralien im Gebiet von Derby, am Fitzroy-Fluss und am Margaret-Fluss, nach Osten hin scharf von der nächsten Unterart getrennt (Cracraft, 1986, Boles, 1988).

Poephila acuticauda hecki

rotschnäbelige Spitzschwanzamadine; nördliches Nordaustralien, südwärts etwa bis zur Gegend der Victoria River Downs Station und Birdum, ostwärts bis in das Gebiet des Leichardt-Flusses im westlichen Nord-Queensland, wo sie sich dem Wohngebiet von Poephila cincta (Gürtelamadine) nähert.

 

Lebensweise

Die Spitzschwanzamadine bewohnt trockene Steppenlandschaften, ist jedoch als Baumbrüter mehr an die eigentliche Eukalyptus-Savanne gebunden; fehlt in reinen Strauchsteppen und Grasflächen; nur im Landesinneren, wo höherer Baumbewuchs völlig fehlt, auch in baumfreien Biotopen. In Küstennähe häufig in Beständen von Schraubenpalmen (Pandanus) Meidet die unmittelbare Nähe des Menschen und kommt im Allgemeinen nur bis an den Rand der Ortschaften.

 

Ersteinfuhr

Über die Ersteinfuhr der Spitzschwanzamadine nach Europa liegen keine genauen Aufzeichnungen bzw. Berichte vor. Sie wurde wahrscheinlich um 1880 eingeführt worden sein und zwar nach England und Holland. 1887 wurde sie im Zoo von Amsterdam ausgestellt. Christiane Hagenbeck brachte sie 1897 nach Deutschland. In den folgenden Jahren trafen regelmäßig Importe ein. Auch nach den beiden Weltkriegen (1923/24 und 1949/50) war sie jeweils bereits in den ersten Prachtfinkentransporten aus Australien enthalten. Heute zählt sie zu den beliebtesten und am häufigsten gehaltenen Prachtfinken und war nach der australischen Ausfuhrsperre in Europa nie in ihrem Bestand gefährdet.